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Informationsabend

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“Internet - Möglichkeiten und Gefahren”

Informationsabend in der Aula mit KHK Guido Wilke von der Kreipolizei Steinfurt

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Was für eine Menge an Informationen, was für eine Menge an Tipps und Verhaltenshinweisen! Eltern und Schülerinnen und Schüler, die der Einladung der drei Schulen des Ochtruper Schulzentrums gefolgt waren, erlebten einen Abend, an dem sie zwar auch einiges Bekanntes hörten, aber im Wesentlichen doch viel Überraschendes erstaunt zur Kenntnis nehmen konnten. Jeder in der Zuhörerschaft kennt zwar Facebook und WhatsApp aber nur wenige wissen, dass Facebook mit der Registrierung auch die Rechte an allen Posts, sprich Texten und vor allen Dingen Bildern eingeräumt werden. So können diese bspw. an andere Firmen für deren Werbung verkauft werden. Herr Wilke berichtete in diesem Zusammenhang über eine junge Frau, die ihr Profilbild plötzlich in einer Werbung für eine Partnerbörse wiederfand und, dass es juristisch gesehen keine Möglichkeit gab, dieses Bild aus der Werbung wieder zu entfernen. Herr Wilke sprach aber auch gleichzeitig über die vielfältigen Möglichkeiten, die die sozialen Medien bieten und dass auch die Polizei sie mittlerweise bspw. bei der Suche nach vermissten Personen nutzt und das auch noch sehr erfolgreich.

Da Facebook mittlerweile WhatsApp und auch Instagram übernommen hat, kann man sich vorstellen, wieviel Datenmaterial zur Verügung steht, mit dem Facebook sehr viel Geld verdienen kann. Und um nichts anderes geht es diesen Firmen, stellte Herr Wilke noch einmal unmissverständlich klar.

Ein weiteres wichtiges Thema an diesem Abend war das sogenannte “Cyber- Mobbing”. Herrn Wilke ging es vor allem darum die juristischen Möglichkeiten den Zuhörern zu erläutern. Da wären dann zunächst einmal die Möglichkei- ten des Strafrechts zu prüfen. Dabei stößt man allerdings sehr schnell an Grenzen, da Mobbing in Deutschland gar kein Straftatbestand ist und daher

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auch als solches nicht strafrechtlich zu verfolgen ist. Lediglich einzelne Strattaten wie Beleidigung, Bedrohung, Verleum- dung u.ä. könnten von Polizei und Staatsanwaltschaft verfolgt werden. Sinnvoller erscheint es in vielen Fällen einen Rechtsanwalt einzuschalten, der auf Unterlassung klagen oder auch Schmerzensgeld- bzw. Schadenersatzforderungen stellen kann, die dem jugendlichen Täter richtig weh tuen können. Schadenersatzforderungen in vierstelliger Höhe sind durchaus vorgekommen und keineswegs ungewöhnlich. Wichtig hierbei ist, dass in der Regel schon Kinder ab 7 Jahren schadenersatzpflichtig sind. Beim Strafrecht liegt die Grenze ja erst bei 14 Jahren. Auch hier konnte Herr Wilke anhand einiger Beispiele deutlich machen, wie unsere Gerichte entscheiden (können).

Ein weiteres großes Problem ist der mitunter sehr sorglose Umgang beim Verschicken persönlicher Daten, bei Jugend- lichen insbesondere über WhatsApp und Instagram. Das Versenden zweifelhafte Fotos von Partys oder gar von Nackt- bildern, die der Freund gerne haben möchte (Stichwort: “Sexting”), das erscheint zunächst erst einmal überhaupt nicht nachvollziehbar, ist aber nichtsdestotrotz gar nicht so ungewöhnlich. Dass diese ‘Bilder dann auch genutzt werden können, um die betreffende Person bloßzustellen, daran wird natürlich zunächst einmal kein Gedanke verschwendet. Passiert es dann aber, ist die Verzweiflung natürlich groß, die Jugendlichen schämen sich und trauen sich kaum noch in die Öffentlichkeit. Zu bedenken ist dabei aber immer, wer hier Täter und wer das Opfer ist. Vorwürfe gegen die Opfer machen wenig Sinn, das würde die Angst eher noch verstärken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Herr Wilke gab dann noch einen kurzen Überblick über die Paragraphen aus den verschiedenen Gesetzbüchern, die in den genannten Fällen zu berücksichtigen sind. So z.B. § 201 a Abs. 1, Nr. 1 StGB, der festlegt, an welchem Ort ohne entsprechende Zustimmung nicht einmal Bilder gemacht werden dürfen, oder den § 201 a Abs. 1, Nr. 4 StGB, der die Verbreitung, Veröffentlichung und Weitergabe von Bildern regelt. Desweiteren kommt auch noch das Kunsturhebergesetz (KunstUrhG) in Betracht und zwar die §§ 22 und 33.

Zum Schluss gab es noch einige Adressen bei denen sich jeder ausgesprochen hilfreiche Informationen besorgen kann. Als erstes ist hier eine Seite der Polizei www.polizeifürdich.de zu nennen. Aber auch www.klicksafe.de ist, und das schon seit vielen Jahren, immer noch sehr lesenswert.

In diesem Jahr ging das Publikum mit vielen neuen Eindrücken und Informationen nach Hause. Im nächsten gibt es bei der rasanten digitalen Entwicklung sicher auch wieder vieles Neues zu berichten. Herr Wilke hat sich auf jeden Fall von den Kollegen und Kolleginnen der Schule, die an diesem Abend anwesend waren, schon einmal auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr verabschiedet.